Geschichte der Feuerwehr Augst / Kaiseraugst

Logo der fusionierten Feuerwehr Augst / Kaiseraugst

Die Feuerwehr Augst / Kaiseraugst ist eine Verbundsfeuerwehr und besteht seit dem 1. Januar 1999. Sie untersteht den Gemeinden Augst (Baselland) und Kaiseraugst (Aargau). Sie ist die erste Verbundsfeuerwehr mit Gemeinden in zwei verschiedenen Kantonen.

Unser Einsatzgebiet umfasst die Gemeinden Augst und Kaiseraugst auf einer Fläche von rund 6.5 km². In beiden Gemeinden zusammen leben rund 6000 Einwohner.

Wie kam es zur Fusion?

Die Feuerwehr Augst hatte Anfang 1998 Mühe die Kaderbesetzungen aufrecht zu halten. Kaiseraugst kämpfte mit einem zu kleinen Mannschaftsbestand. Der Vorstoss kam aus der Gemeinde Augst, ob die beiden Feuerwehren zusammenschliessen könnten um so die personellen und materielle Ressourcen zu teilen.

Es wahr schnell entschieden, dass die Fusion der beiden Feuerwehren nur Vorteile bringen konnte. Nicht desto trotz war Fusion nicht einfach. Ein Zusammenschluss über die Kantonsgrenze hinweg ist eine Seltenheit und forderte von den verschiedenen Kommissionen und Amtsstellen eine entsprechende Zusammenarbeit.

Nach dem alle Amtsstellen, Kommissionen und Gemeindeversammlungen der Fusion der Feuerwehren zustimmten, konnte mit der gemeinsamen Arbeit und Ausbildung begonnen werden.

Ausbildungstechnisch untersteht die fusionierte Feuerwehr dem Kanton Aargau.

Gemeinderätin Marianne Flüglistaller vor dem Feuerwehr Magazin in Kaiseraugst

Presseartikel - Feuerwehrfusion sprengte Kantonsgrenze

Die geglückte Kantonsgrenzen überwindende Fusion der Ortsfeuerwehren von Kaiseraugst und Augst war ein Thema des Gemeindeseminars der Regionalplanungsgruppen des Fricktals. Das Beispiel machte in der untersten Gemeinde des Fricktals derart Schule, dass ein Jahr später auch die Zivilschutzorganisationen zusammengelegt wurden. Zur Zeit macht man sich Gedanken über eine mögliche Zusammenarbeit mit der Roche-Betriebsfeuerwehr.

Wie die Kaiseraugster Gemeinderätin Marianne Füglistaller am Gemeindeseminar "Aus der Praxis -- Für die Praxis" in Frick vor den Behördemitgliedern der Fricktaler Gemeinden ausführte, machten sich die Feuerwehrverantwortlichen bereits in den siebziger Jahren Gedanken über eine mögliche Zusammenarbeit der Feuerwehren von Kaiseraugst und Augst. Doch "es bestand noch kein zwingender Handlungsbedarf. Zudem galt die Kantonsgrenze als unüberwindbar. So blieb es vorerst nur bei der Idee", wie sie sagte. Im Jahre 1442 wurde der Bann Augst geteilt. Daraus entstanden Augst an der Brücke oder "Basel Augst" und "Augst im Dorf", das heutige Kaiseraugst, das bis 1801 österreichisch blieb. Heute sind die beiden Orte durch den Violenbach und die Ergolz getrennt. Durch diese beiden Gewässer verläuft auch die Kantonsgrenze.

Erst im Jahre 1998 kam von der Baselbieter Gemeinde Augst die konkrete Anfrage für eine mögliche Zusammenarbeit. Der Grund waren -- wie überall «Schwierigkeiten bei der Rekrutierung und personelle Probleme, in Augst wie in Kaiseraugst. Damit war langfristig die Sicherheit der Bevölkerung nicht mehr gewährleistet. Das war mit ein Beweggrund, die Zusammenarbeit voranzutreiben», berichtete Marianne Füglistaller weiter. Auf der politischen Ebene sei man sich rasch einig geworden. Es folgten Gespräche mit den Gebäudeversicherungsanstalten beider Kantone, und nach Überprüfung des Risikokatasters erteilten die kantonalen Aufsichtsbehörden das Einverständnis, das Projekt voranzutreiben. In der folgenden Phase trat HansJörg Steiner, Gemeinderat in Augst, als Projekthauptverantwortlicher auf den Plan, dank langjähriger Berufserfahrung im Feuerwehr- und Sicherheitsdienst der Firma Roche Kaiseraugst die ideale Besetzung für diese Aufgabe.

Die Zusammenarbeit musste zuerst mittels Gemeindevertrag geregelt werden. Augst hatte noch einen gewissen Nachholbedarf, was die Ausrüstung anging. Bis Ende Jahr war dies geregelt. Die Hauptpunkte dieses Gemeindevertrages lauteten: Jede Gemeinde bleibt innerhalb ihres Gebietes für die vorgeschriebenen Massnahmen selbst verantwortlich, sämtliches einsatzfähiges Material inklusive Fahrzeuge wird zum gemeinsamen Eigentum beider Gemeinden, bauliche Anlagen bleiben Eigentum der Standortgemeinde und werden von ihr unterhalten, stehen aber der gemeinsamen Nutzung unentgeltlich zur Verfügung, anfallende Kosten für Unterhalt, Neuanschaffungen und Sold werden-von beiden Gemeinden im Verhältnis der, Einwohnerzahlen aufgeteilt bzw. Kaiseraugst trägt derzeit mit rund 3800 Einwohnern drei Vierte und Augst mit rund 800 Einwohner ein Vierte der Ausgaben, und zu guter Letzt erfolgt die Ausbildung der gemeinsamen Feuerwehr soweit als möglich unter Einhaltung der gesetzlichen Vorgaben der Kantone Baselland und Aargau, jedoch bei Unklarheiten und Widersprüchen geht die im Aargau geltende Regelung vor. Beim Namen einigte man sich auf «Feuerwehr Augst-Kaiseraugst».

Die Dezember-Gemeindeversammlungen 1998 stimmten dem Vertragswerk zu, anschliessend wurde es den beiden Gebäudeversicherungsanstalten und zusätzlich dem Aargauischen Regierungsrat zur Genehmigung vorgelegt. Die Gemeinderäte von Augst und Kaiseraugst wählten sodann die Mitglieder der neuen Feuerwehrkommission, den Kommandanten (den bisherigen Kaiseraugster Kommandanten René Käslin) und je einen Vizekommandanten aus Augst und aus Kaiseraugst. Füglistaller: «Das Ziel, ab 1. Januar 1999 eine einsatzkräftige gemeinsame Feuerwehr zu führen, war erreicht.» Prompt galt es die Feuerprobe zu bestehen, erfolgten doch starke Regenfälle im Frühjahr und Sommer 1999 sowie ein nächtlicher Grosseinsatz in einer Einstellhalle der Wohnsiedlung Liebrüti.

Insgesamt erfolgten 1999 58 Einsätze, davon 5 Brandfälle, im 2000 erhöhte sich die Zahl auf 60 Einsätze, davon 4 Brandfälle.

Jährlich muss immer auch ein rundes Dutzend Wespennester ausgehoben werden. Das Korps zählt heute über 90 Leute.

Kaiseraugster Gemeinderätin Marianne Füglistaller stellte die geglückte grenzüberschreitende Feuerwehrfusion vor. Im Laufe des Fusionsjahres herrschte nicht nur eitel Sonnenschein: So gab es eine eigentliche Austrittswelle zu verkraften, entstanden durch Missverständnisse und bedingt durch unterschiedlichen Ausbildungsstand. Beispielsweise war in Augst jeder für alles eingesetzt, in Kaiseraugst gab es eine klare Fachdiensteinteilung und die entsprechende Fachausbildung.

Da die Feuerwehr Kaiseraugst einiges grösser war, haben einige Leute die Ansicht vertreten, jene Gemeinde sei zu dominant. und habe die Augster Wehr geschluckt. Doch das hat sich nach den Worten von Marianne Füglistaller mittlerweilen gelegt. Der geglückte Zusammenschluss habe im Gegenteil die Zusammenführung der beiden, Zivilschutzorganisationen -- übrigens aus denselben Gründen wie bei den Feuerwehren -- bewirkt.

Eine längerfristige mögliche Zusammenarbeit besteht auch mit der Betriebsfeuerwehr Roche. Und noch eine dritte Zusammenarbeit kündigt sich an: Derzeit läuft eine Konzeptstudie über einen möglichen Wasserverbund von Augst mit Pratteln oder Kaiseraugst.

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