Dreifacher Brandschutz, dreifacher Löschangriff

Es hat sich gezeigt, dass die Brandbekämpfung bei der heutigen Vielfalt brennbarer Stoffe nicht mehr nur mit einem Löschmittel durchgesetzt werden kann, sondern dass in der modernen Einsatztaktik grundsätzlich die drei Hauptlöschmittel:

Wasser - Schaum - Pulver

zur Verfügung stehen müssen, die je nach den Erfordernissen einzeln, oder kombiniert eingesetzt werden können.

Dreifacher Brandschutz

Der dreifache Brandschutz wird vorsorglich aufgebaut, damit bei einer allfälligen Zündung sofort interveniert werden kann. Die drei Löschmittel gelangen wie folgt zum Einsatz:

  • Wasser
    Zum Schutz von Nachbarobjekten und zur Verhinderung der Ausbreitung brennbarer Dämpfe

  • Schaum
    Zum Abdecken brennbarer Flüssigkeiten (Bildung entzündbarer Dämpfe verhindern)

  • Pulver
    Zum sofortigen Niederschlagen und Ersticken des Feuers.

Um den dreifachen Brandschutz korrekt zu erstellen, müssen alle drei Löschmittel einsatzbereit sein, d.h. Wasser und Schaum sind einsatzbereit, Pulverlöscher entsichert / scharf.

Zusätzlich ist darauf zu achten, dass genügend Schaumextrakt und Pulverlöscher bereitstehen. Für die Schaumabgabe ist am Schaumrohr ein minimaler Druck von 5 Bar notwendig.

Dreifacher Löschangriff

Bei einem Ereignis mit Brand wird der dreifache Löschangriff aufgebaut. Primär soll damit eine weitere Eskalation des Ereignisses verhindert, und schliesslich gelöscht werden (Ausnahme: Kontrolliertes Ausbrennen lassen). Die Löschmittel gelangen aus diesem Grund wie folgt zur Anwendung:

  • Wasser
    Zum sofortigen Kühlen von gefährdeten Nachbarobjekten (Gebäude, weitere Fahrzeuge, Tanks usw.) Anschliessend zur gezielten Unterstützung des Löschangriffs in Form von Wassernebel/Sprühstrahl (Kühlen der brennenden Behälter, Energieentzug durch Wasserdampfbildung)

  • Schaum
    Löschen der brennenden Flüssigkeit durch Aufbringen einer geschlossenen Schaumdecke. Gleichzeitig Kühleffekt und Verhinderung von Rückzündungen

  • Pulver
    Unterstützung des Löschangriffs in der Ablöschphase: Ersticken und Niederschlagen einzelner kleinerer Brandherde.

Die Bekämpfung eines Flüssigkeitsbrandes ist erst beendet wenn:

  • die nötigen Rettungen ausgeführt sind
  • der Brand gelöscht ist
  • die Rückzündung nicht mehr möglich ist, indem die Flüssigkeit unter den Flammpunkt abgekühlt wurde, und die Bildung zündbarer Dämpfe verhindert wird.

Einsatzbeispiel

Für den dreifachen Brandschutz mit leichten Mitteln benötigt man die folgenden Einsatzkräfte:

  • 1 Einsatzleiter
  • 1 Gruppenführer
  • 7 - 8 Feuerwehrleute (davon 1 Maschinist)

Der Einsatzleiter befiehlt dem Gruppenführer einzeln den Wassereinsatz, den Schaumeinsatz und den Pulvereinsatz. Nach jeder Rückmeldung erhält der Gruppenführer den nächsten Auftrag.

Besonderheiten:

  • Bereitmeldung, Einsatz der Mittel auf Befehl des Einsatzleiters.
  • Der Gruppenführer führt die Aufträge einzeln aus, überzählige Leute helfen bei der nächsten Aufgabe.
  • Der Einsatzleiter koordiniert den Einsatz der Mittel.
Der Griff
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